|
Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften.
Das Bild von Russland im Westen wird noch immer von den Hauptstädten Moskau und St. Petersburg geprägt. Sie symbolisierten sowohl das Russische Reich als auch die Sowjetunion. Und beide gelten bis heute als die Zentren eines jeweils imperialen Staates, der über ebenso heterogene wie weit reichende Peripherien zu herrschen schien und sich immerfort mit einer wie auch immer gearteten Beziehung zum Westen sieht. Die russisch-sowjetische Auseinandersetzung mit 'dem Westen', die sich verändernden Beziehungen zwischen Peripherie und Zentrum, der Einfluss dieser auf das Staatskonstrukt Russland/Sowjetunion und dessen eingebildete Gemeinschaft wurden lange Zeit nicht beachtet. Je nach Standpunkt gilt die russische Peripherie im In- und Ausland heute als Träger zukunftsweisender emanzipatorischer Kräfte oder als Beweist russländischer Rückständigkeit, sie wird zum Motor der revolutionären Geschichte oder zum beherrschten, schwerfälligen Objekt (v)erklärt. Der russische Blick auf den Westen ist entsprechend: So gilt dieser entweder als feindliches Ausland, von dem sich man abschotten sollte, um einen eigenen Weg einzuschlagen, oder ist idealisiertes Vorbild, womit er zum Quell eines 'russischen Minderwertigkeitskomplex' wird.
Die Universitatsstadt Woronesh, 600 km südlich von Moskau nahe des Don gelegen, bietet hervorragende Möglichkeiten, um sich mit dem Wechselverhältnis von Zentrum und Peripherie in der russischen Geschichte und Gegenwart vertraut zu machen. Der Blick aus der Tiefe der russischen Provinz ermöglicht Einsichten auf die Realität(en) des Landes, die in Moskau oder St. Petersburg nur schwer zu erlangen sind.
Die 1918 aus der Universität Jurjew/Dorpat (das heutige Tartu, Estland) hervorgegangene Staatliche Universität Woronesh gehört zu den großen klassischen Hochschulen in Russland. An der traditionsreichen Historischen Fakultät lehren und forschen herausragende WissenschaftlerInnen, unter ihnen allein 16 ProfessorInnen. Die nach 2005 zum sechten Mal stattfindende Sommerschule bietet Studierenden der Geistes- und Sozialwissenschaften an deutschen Hochschulen die Gelegenheit, sich über die Forschungen von renommierten HistorikerInnen aus Woronesh, anderen russischen Städten und Deutschland vor Ort zu informieren. Kombiniert mit intensivem Sprachunterricht und spannenden Exkursionen zu historische Sehenswürdigkeiten abseits der üblichen touristischen Routen im Herzen Russlands vermitteln Vorlesungen und Seminare ein nachhaltiges Bild von der imperialen Vergangenheit und den aktuellen (Herrschafts-)Problemen, sowie der russischen Selbst- und Fremddefinition.
Staatliche Universität Woronesh
Historische Fakultät Universitetskaja pl. 1
394006 Woronesh / Russland
Telefon: +7-4732-532-255
Fax: +7-4732-532-255
WWW: http://www.vsu.ru/german/index.html, http://www.vsu.ru/english/index.html
- Kerstin Bischl, M.A. Humboldt-Universität Berlin (Gesamtleitung),
kerstinbischl@web.de
- Dr. Sergej G. Allenov, Historische Fakultät der Staatliche Universität Woronesh,
sgallenov@mail.ru
- Dr. Jurij F. Epifantsev,
stellvertretender Rektor der Staatliche Universität Woronesh (Organisatorische Leitung),
yep@vsu.ru
- Prof. Dr. Vladimir N. Glaz’ev, Historische Fakultät der Staatliche Universität Woronesh (Dekan)
- Dr. Dietmar Wulff, Universität Bielefeld Fakultät für Geschichte, Theologie und Philosophie (Allgemeine Beratung)
Achtung: Bitte schreiben Sie immer an Sergej Allenov und an Kerstin Bischl)
Bewerbungsschluss: 7. Mai 2010
Anreisetag: 17. August 2010
Unterrichtsbeginn: 18. August 2010
Unterrichtsende: 07. September 2010
Abreisetag: 08. September 2010
Studierende, die den Wunsch haben, an der Sommerschule der Historischen Fakultät der Staatlichen Universität Woronesh teilzunehmen, senden ein formloses Bewerbungsschreiben sowie den ausgefüllten Fragebogen an Kerstin Bischl.
Es werden keine Kenntnisse der russischen Sprache vorausgesetzt. Alle Vorträge und Seminare werden in Deutsch oder Englisch angeboten. Die Exkursionsleitung erfolgt in deutscher Sprache. Grundkenntnisse der russischer Geschichte und Gegenwart sind wünschenswert.
Mindestteilnehmerzahl: 15 Studierende Maximalteilnehmerzahl: 25 Studierende
Für die Teilnahme an der Sommerschule werden Gebühren in Höhe von 1.200,- € erhoben. In dieser Gebühr sind die Kosten für alle Seminare und Vorträge, für den Russischunterricht, für alle Exkursionen, für Unterbringung und Verpflegung sowie für den Transfer vom und zum Bahnhof in Woronesh enthalten.
Die Kursgebühren umfassen nicht die Kosten für die Hin- und Rückreise, Krankenversicherung und etwaige Visagebühren.
Die von der Universität ausgewählten BewerberInnen erhalten von der Universität eine schriftliche Zusage, mit der sie sich im Rahmen des Programms “Go East” beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) um einen Zuschuss,ein Teilstipendium und eine Reisekostenpauschale bewerben können. Ansprechpartnerin ist Frau Petzold-Turcano.
Die Sommerschule der Staatlichen Universität Woronesh umfasst einen Sprachintensivkurs (getrennte Gruppen für AnfängerInnen und Fortgeschrittene), Seminaren und Vorträgen zum Thema „Russland im Spannungsfeld zwischen Europa und seinen imperialen Peripherien” sowie ein Exkursionsprogramm. Das Schwergewicht der Sommerschule bildet der Fachkurs, der aus zwei Seminaren besteht. An Werktagen findet der Sprachunterricht vormittags statt. Der Nachmittag bleibt je einer Seminarsitzung des Fachkurses und einem Vortrag vorbehalten. Die Wochenenden sind dem Exkursionsprogramm gewidmet.
Sprachkurs: Nach der Anreise in Woronesh erfolgt die Einteilung der TeilnehmerInnen gemäß deren Sprachkenntnisse in kleine Gruppen. Als DozentInnen fungieren ausgewiesene und im Umgang mit Sprachunkundigen erfahrene SprachlehrerInnen. Der Sprachunterricht nimmt täglich 2-3 Stunden in Anspruch. Angeboten werden neben dem Erwerb umgangssprachlicher Fähigkeiten auch Komponenten der Fachsprache.
Fachkurs: Im Zuge der Reformen Peters I. entstand das Petersburger Imperium, das bis zum 1. Weltkrieg und den Revolutionen des Jahres 1917 fortexistierte. In der Sowjetunion bestand es unter geänderten ideologischen Vorzeichen und auf anderer Grundlage weiter, wobei der imperiale Anspruch bis heute nicht aufgegeben wurde. Das Imperium erhob über diesen langen Zeitraum einen hegemonialen Anspruch auf Nordost- und Ostmitteleuropa sowie auf Zentralasien, und die politische Führung strebte auf der Basis ihrer politischen und militärischen Potenz nach territorialer Expansion. Dreh- und Angelpunkt dieser Ambitionen sollte der Zentralstaat, nicht nur um die sozialen, ökonomischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse zu strukturieren, sondern auch um den „Rückstand“ zum Westen aufzuholen, der als Garant des Fortschritts schlechthin galt. Für das russische Selbstverständnis bedeutete dies aber, dass es ständig neu verortet werden musste. Die Schwankungen reichten hierbei von der vorbehaltlosen Unterwerfung unter das westliche Vorbild bis zum konsequenten Beharren auf slavophiler Eigenständigkeit
Oft wird allerdings übersehen, dass der russische Zentralstaat bis in das 21. Jahrhundert hinein weite Teile des Landes gar nicht erreichte. Seine Bemühungen, die imperiale Weite zu strukturieren und zu beherrschen, liefen oftmals ins Leere. Dadurch entstanden Freiräume unterschiedlichen Ausmaßes, die wiederum auf das Zentrum zurückwirkten und von diesem Reaktionen erforderten. Die gegenwärtigen Versuche von Präsident Medwedjew und Ministerpräsident Putin, die Machtvertikale in Russland zu stärken, sind Ausdruck dieser Entwicklung. Im Fachkurs soll das russische Staatskonstrukt in Vergangenheit und Gegenwart untersucht werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Bemühungen russischer Intellektueller, Russland in der Welt zu verorten, sowie der Interaktion zwischen Zentrum und Peripherie.
Der Fachkurs besteht aus zwei Seminare, die auf einander aufbauen. Um diese gruppieren sich Vorträge, die von führenden HistorikerInnen und PolitologInnen aus Woronesh und anderen Städten gehalten werden. Auch PolitikInnen und VertreterInnen (zivil-)gesellschaftlicher Initiativen aus der Region sollen zu Wort kommen. Die TeilnehmerInnen werden vorab mit einer Literaturliste versorgt, die die gezielte Vorbereitung auf die Sommerschule erleichtern soll. Für beide Seminare wird ihnen ein Reader zur Verfügung gestellt.
Seminar 1 „Russland und der Westen: Imperiale Ambitionen, Konkurrenz und Anziehung“ – Leitung: Dr. Sergej G. Allenow: Im Mittelpunkt des Seminars steht das widerspruchsvolle Verhältnis Russlands zum (nicht immer konkretisierten) Westen. Der Westen stand den imperialen Bestrebungen Russlands im Wege, Russland konkurrierte mit dem Westen auf zahlreichen Bereichen. Gleichzeitig übte der Westen, vor allem Westeuropa, auf Russland eine starke Anziehungskraft aus, was auch umgekehrt zutraf. Im Seminar wird nach den wechselseitigen Einflüssen seit dem Mittelalter, nach der Wahrnehmung des Westens im gesellschaftlichen Denken in Russland im 19. und 20. Jahrhundert, nach dem Wechselverhältnis zwischen der „Europäisierung Russlands“ und der „Russifizierung“ Europas sowie nach Perzeption des jeweils Anderen in der Gegenwart gefragt. Im Zentrum stehen ideen- und kulturgeschichtliche Fragestellungen.
Seminar 2 „Staat und Peripherie(n)“ – Leitung: Kerstin Bischl, M. A.: Im Mittelpunkt des Seminars stehen die Staatskonstrukte der russisch-sowjetischen Geschichte. Es wird die Interaktion zwischen Zentrum und Peripherie ausgeleuchtet, und gefragt wie sie sich in herrschaftlichen Maßnahmen, dem (Re-)Agieren jenseits von Moskau und Petersburg und den jeweiligen Konsequenzen in den Regionen, im Zentrum und im gesamten Staatskonstrukt niederschlug. Im Rahmen des Seminars sollen Fragen nach dem Wesen des „russischen Staates“, nach der Bedeutung von Regionen und Peripherien in der russischen Geschichte und Gegenwart und nach geschichtlich bedingten Problemen des heutigen Staates und der (Zivil-)Gesellschaft diskutiert werden.
Vortragsprogramm: Im Rahmen des Vortragsprogramms halten ausgewiesene WissenschaftlerInnen Vorträge zu verschiedenen Aspekten des Themas der Sommerschule. Insbesondere geht es um die Geschichte des imperialen Denkens in Russland, um Geschichte und Gegenwart des Zentralen Schwarzerdegebietes, um das Spannungsfeld zwischen dem Machtzentrum Moskau und den russischen Regionen im gegenwärtigen Transformationsprozess sowie um die Perspektiven dieses Verhältnisses mit Blick auf die (Zivil)-Gesellschaft. Für weitere Vorträge sollen PolitikerInnen und Vertreter der regional aktiven (zivil)gesellschaftlichen Gruppen als ReferentInnen gewonnen werden. Ein weiterer Vortrag macht die teilnehmenden Studierenden mit Problemen und Besonderheiten russischer Wissenschafts- und Studienkultur vertraut.
Exkursionsprogramm: Das Exkursions- und Kulturprogramm umfasst außer einer Stadtführung durch Woronesh auch Ausflüge zu den Klöstern von Sadonsk („Russisches Jerusalem“) (110 km), sowie in die am Don gelegene Stadt Pavlovsk (150 km) mit dem an Höhlenkloster Belogor'e. Ferner sind Exkursionen zu dem heute zum Museum ausgebauten Adelsgut Wenewitinovo sowie zu dem nahe Woronesh gelegenen Schloss der Fürsten von Oldenburg in Ramon geplant. Dazu kommen Besuche von kulturellen Veranstaltungen in der Stadt.
Die TeilnehmerInnen der Sommerschule erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein offizielles Zertifikat der Staatlichen Universität Woronesh. Die erfolgreiche Teilnahme an der Sommerschule wird mit 5 ECTS-Points bewertet. TeilnehmerInnen, die in einem der beiden Seminare einen eigenen Vortrag halten, erhalten 6 ECTS-Points. Ebenso ist das Schreiben von Hausarbeiten oder anderen Leistungsnachweisen möglich und wird entsprechend ausgewiesen. Gleichermaßen kann für die erfolgreiche Absolvierung des Sprachkurses ein Leistungsnachweis ausgestellt werden.
Das Gebiet Woronesh, 55 000 km2 groß, liegt ca. 500 km südlich von Moskau auf halbem Wege zum Schwarzen Meer. Der Don durchquert es in seinem Oberlauf von Nord nach Süd. Die Landschaft ist vielfältig. Dominieren im Norden Wälder und hügelige Landschaften, so erstreckt sich im Süden die endlose Steppe, durchzogen von schmalen Waldstreifen. Wegen seiner tiefschwarzen humusreichen Böden entwickelte sich das Gebiet Woronesh bereits im 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Lieferanten landwirtschaftlicher Produkte. Noch heute ist das Gebiet bekannt für seine Sonnenblumenkulturen. Ferner beliefert es die urbanen Zentren mit Getreide, Kartoffeln, Mais und Zucker. Das Gebiet befindet sich in der Zone gemäßigten Kontinentalklimas. Heiße Sommer und kalte, schneereiche Winter zeichnen es aus. Besonders angenehm ist das Wetter zumeist in der zweiten Augusthälfte bis Mitte September.
Die Gebietshauptstadt Woronesh mit ihren 950 000 Einwohner ist ein wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum. Vor mehr als 400 Jahren gegründet, erlangte die Stadt Ruhm, als 1696 die erste russische Kriegsflotte auf Initiative Peters I. für den Asow-Feldzug gebaut wurde. Während des 2. Weltkrieges verlief die Front länger als ein Jahr direkt durch das Stadtgebiet. Heute ist Woronesh eine aufstrebende Stadt mit einem beeindruckenden Kulturangebot, in der die Gebietsadministration ihren Sitz hat. In Woronesh arbeiten große Betriebe des Maschinenbaus und der Erdölindustrie. Flugzeuge des Typs „IL-96“, Raketenantriebe für russische Raumschiffe und Bohrvorrichtungen für die Erölförderung stammen von hier. Dabei ist die Stadt immer eine grüne Stadt geblieben. Im Sommer laden zahlreiche Parks, Springbrunnen und Alleen zum Durchatmen ein. In der Umgebung der Stadt gibt es Naturschutzgebiete und viele archäologische und historische Denkmäler.
Bei Woronesh handelt es sich um eine Universitätsstadt mit Traditionen. 1918 wurde der russische Teil der 1802 gegründeten Universität von Dorpat (Jur’jew, heute Tartu/Estland) nach Woronesh evakuiert, wo sie seitdem ihren Sitz hat. Heute gibt es in der Stadt ca. 30 Hochschulen, jede(r) 10. EinwohnerIn ist StudentIn. Die Staatliche Universität Woronesh gehört zu den großen klassischen Bildungseinrichtungen Russlands. Hier studieren mehr als 21 000 StudentInnen an 18 Fakultäten. Etwa 1000 ausländische Studierende erwerben gegenwärtig ihr Diplom, Bachalor- oder Masterdegree. An der Universität lehren beinahe 1500 WissenschaftlerInnen, darunter 250 ProfessorInnen. In den in Russland immer häufiger werdenden Hochschul-Rankings gehört die Staatliche Universität Woronesh stets zur Spitzengruppe der besten zwanzig Universitäten.
Die Historische Fakultät zählt zu den größten und bedeutendsten Fakultäten der Staatlichen Universität Woronesh. An ihr studieren ca. 750 Studierende, die zu diplomierten SpezialistInnen ausgebildet werden. 2009 erfolgt der Übergang zu Bachalor- und Masterstudiengängen. Die Historische Fakultät verfügt über 8 Lehrstühle, einer von ihnen befasst sich ausschließlich mit der Fremdsprachenausbildung. An ihnen arbeiten mehr als 50 Lehrkräfte, 16 von ihnen sind ProfessorInnen. Die Fakultät kann herausragende, über den regionalen Rahmen hinausweisende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der frühslawischen Archäologie und der Archäologie der Skythen und Sarmaten, der russischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, der Regionalgeschichte, der Geschichte der russischen Geschichtsschreibung sowie der komparativen Geschichte des deutschen und russischen Konservatismus vorweisen.
Das Hauptgebäude befindet sich im Zentrum der Stadt am Universitätsplatz. In ihm sind die naturwissenschaftlichen Fakultäten sowie das Rektorat gelegen. Die Historische Fakultät arbeitet in einem neu erbauten Gebäude (Korpus 8) auf dem Campus im nördlichen Stadtbezirk.
Nach der Zusage durch die Leitung der Sommerschule erhalten alle TeilnehmerInnen eine offizielle Einladung durch die Staatliche Universität Woronesh. Mit dieser Einladung kann bei einem Konsulat der Russischen Föderation in Deutschland ein Visum beantragt werden, das in der Regel kostenfrei ist. In Ausnahmefällen kann die Einreise auch mit einem normalen Touristenvisum erfolgen.
Bahn: Internationale Züge über Moskau (nur mit belorussischem Transitvisum) oder über Kiev. Umsteigen erforderlich.
Flug: Flug von verschiedenen deutschen Flughäfen nach Moskau (Aeroflot, Lufthansa, Air Berlin, Germanwings, Sibir, Transaero). Zweimal wöchentlich Direktflug München – Woronesh (Polet).
Weiterreise–Flug: ab Moskau-Domodedowo mit der Fluggesellschaft „Polet“ (gegenwärtig Abflug 18.00 und 21.30 Uhr), 60 Minuten, ab 3800 Rubel = 95 €. Das Flugticket kann nur in Russland erworben bzw. telefonisch von Deutschland aus reserviert werden.
Weiterreise–Zug: mehrere Züge, am bequemsten Zug Nr. 25 - ab Moskau-Paweletski 20.50 Uhr, an Woronesh 8.05 Uhr, Schlafwagenabteil für 2 oder 4 Personen, Preis: ca. 120 bzw. 60 €. Zugtickets können an Schaltern der Deutschen Bahn erworben bzw. über das Web-Portal der Russischen Eisenbahnnen reserviert werden. Immer den korrekten Abfahrtsbahnhof!
Weiterreise–Bus: ab Moskau-Paveletski 14.00 Uhr und 20.00 Uhr, Fahrtzeit 8 Stunden, Preis: ca. 20 €. Das Busticket wird direkt am Bus erworben
Die Sommerschule findet in einem Schulungsheim der russischen Gewerkschaften statt. Es ist in einer Waldzone unmittelbar an dem aufgestauten Fluss Woronesh gelegen. Die Unterbringung erfolgt in praktischen Zweibettzimmern mit eigenem Sanitärtrakt. Nahe dem Schulungsheim befindet sich das Gorkij-Sanatorium. Ausgewählte Dienstleistungen des Sanatoriums (Sauna, Massagen, Bäder) können gegen ein Entgelt mitgenutzt werden. Die Unterbringung ist vom Zentrum von Woronesh aus mit dem innerstädtischen Bus einschließlich Fußweg in ca. 45 Minuten erreichbar. Die Verpflegung (Frühstück, Mittag, Kaffee, Abendbrot) erfolgt in der Cafeteria des Schulungsheims. Für die Exkursionen werden Lunchpakete ausgegeben. Auf Wunsch kann vegetarische und Diätkost gereicht werden.
Woronesh verfügt über ein außerordentlich dichtes und preisgünstiges innerstädtisches Verkehrsnetz. Es verkehren Busse, Straßenbahnen und Routen-Taxis zum Preis zwischen 0,12 und 0,18 €. Auch Taxis sind erschwinglich.
Medizinische Notfallhilfe ist in Russland kostenfrei. Dennoch ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung in Deutschland notwendig. In Woronesh gibt es ein ausreichendes Netz an kostenpflichtigen medizinischen Einrichtungen sowie an Apotheken, die alle gängigen Arzneimittel führen. Im Sanatorium ist tagsüber ein Arzt und ganztägig eine Krankenschwester anwesend.
In Woronesh sind Geldautomaten vorhanden, an denen mit Eurochequekarte sowie mit gängigen Kreditkarten Geld (Rubel und US-Dollar) gezogen werden kann. Darüber hinaus gibt es ein dichtes Netz von Banken und Wechselstuben. Der gegenwärtige Umtauschkurs (Stand Februar 2010) beträgt 1 € = 42 Rubel. Käufe können lediglich in der Landeswährung Rubel getätigt werden. Kreditkarten finden in Restaurant und ausgewählten Geschäften Akzeptanz. Die Akzeptanz von Travelercheques variiert.
„Ich bin mit einigen Fragen nach Russland gekommen, auf die ich hier viele Antwortmöglichkeiten aufgezeigt bekommen habe.“ – „Ich habe mich sehr wohl gefühlt in Woronesh.“ – „In jedem Fall denke ich, dass ich die russischen Regionen in nächster Zeit viel stärker wahrnehmen werde.“ – „Ich bin sehr froh, an der Sommerschule Teil genommen zu haben.“ – „Da ich vorhabe, mich in Zukunft mit Russland näher zu befassen, werden mir die Kenntnisse und Erfahrungen, die ich in der Sommerschule gesammelt habe, sehr nützlich sein. Die Sommerschule war für mich eine sehr gute Erfahrung.“ – „Eine wichtige persönliche Erfahrung.“ – „Gutes Gruppengefühl & gute Zeit gehabt! Danke!“ – „Mich hat die Sommerschule für Russland begeistert, und ich konnte ein eindrückliches Bild gewinnen.“ – „Die Sommerschule hat mich in dem Vorhaben, nach Russland zum Studieren zu gehen, sehr bestärkt.“
Erfahrungsberichte, Fotos und eine Auswertung der Sommerschule unter:
http://goeast.daad.de/content/laenderinformationen/erfahrungsberichte_index
|